Aktueller Termin: 

21. November 2020 in Neumünster


Veranstaltungsort: Seminarraum im KIN Lebensmittelinstitut, Wasbeker Str. 324 in 24537 Neumünster
Zeitraum: 08:45 Uhr bis 17:00 Uhr inkl. Pausen
Teilnehmeranzahl: 10-12 Personen
Kosten: 155,00 Euro pro Teilnehmer inkl. Verpflegung und Ausbildungsunterlagen


Melden Sie sich an, indem Sie das Kontaktformular ausfüllen. Die Plätze werden chronologisch nach dem Eingangsdatum vergeben.



Die Seminare

Grundsätzlich unterscheiden sich Türöffnungen, die im Rahmen von Feuerwehreinsätzen stattfinden mit Türöffnungen im zivilen Bereich.

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Bei Feuerwehreinsätzen besteht vor Ort in den meisten Fällen ein Problem, welches im zivilen Bereich selten vorkommt: Zeitmangel! 

 

Medizinischer Notfall, hilflose Person, Essen auf dem Herd…..- es soll schnell gehen. Dadurch werden oft Flüchtigkeitsfehler gemacht. Es wird demjenigen, der die Öffnung vornehmen soll, nicht genügend Zeit gegeben, (u.a. durch Unwissenheit des Einsatzleiters) verschiedene Werkzeuge anzuwenden. Vielleicht sind auch ungeübte und unerfahrene Einsatzkräfte beteiligt. 

 

Es gibt viele verschiedene Öffnungsmethoden - unterschieden werden muss zwischen feuerwehrtauglichen und nicht feuerwehrtauglichen Werkzeugen. Durch Zeitmangel und Einsatzkräfterotation herrschen bei Türöffnungen im Rahmen von Feuerwehreinsätzen spezielle Bedingungen, auf die entsprechend reagiert werden muss. 

 

Worauf kommt es beim Türöffnen an? Zu aller erst einmal, dass Türöffnung viel mehr ist, als immer den Profilzylinder zu ziehen oder anderweitig zu bearbeiten. Also ohne sich Gedanken zu machen, Schaden anzurichten. Türöffnung ist nicht gleich grobe Gewalt. Das Gegenteil ist der Fall: Gefühl ist gefragt, wenn man nicht sieht, wo man arbeitet. Man muss fühlen und/oder hören, ob das jeweilige Werkzeug die gewünschte Wirkung hat. 

Die entscheidende Frage, wenn wir vor einer geschlossenen Tür stehen, lautet:

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Wie will ich vorgehen?

Auf diese Frage gibt es zwei Antwortmöglichkeiten:

  1. Mit roher Gewalt, z.B. mit einer Türramme, durch Aufhebeln oder „Eintreten“.
  2. Oder gewaltfrei mit professionellem Werkzeug.

 

Entscheidet man sich für den erstgenannten Weg, entsteht an Tür und Zarge erheblicher Schaden, der meist vermeidbar ist. Aber auch über das Verletzungsrisiko sollte man sich Gedanken machen.

Wenn man sich für die Öffnung mit professionellem Werkzeug entscheidet, muss man akzeptieren, dass eine vernünftig durchgeführte Türöffnung ihre Zeit braucht. (Das bedeutet nicht, dass es mit roher Gewalt schneller funktioniert.)

Wie viel Zeit, ist natürlich abhängig von der betreffenden Tür, dem Szenario hinter der Tür, dem eingesetzten Werkzeug und natürlich dem geübten oder ungeübten Anwender.

Dem zuständigen Kollegen an der Tür muss also etwas Zeit eingeräumt werden.

 

Am Anfang eines Türöffnungs-Einsatzes sollte immer erst von einer nicht abgeschlossenen Tür ausgegangen werden. Für diese Vorgehensweise sollte man natürlich mehrere Werkzeuge vorhalten, um verschiedene Zutrittsmöglichkeiten zu haben. Und natürlich das Wissen und Können, jedes dieser Werkzeuge, anzuwenden.

Für die korrekte Anwendung wiederum benötigt man möglichst viele Kenntnisse über Türen, Zargen, Einsteckschlösser, Profilzylinder und Beschläge sowie über die Funktionsweisen der einzelnen Elemente. Und natürlich auch, wie sie miteinander agieren.

 

Genau diese Grundlagenkenntnisse sind oft nur mangelhaft vorhanden.

Auf den ersten Blick einer Tür lässt sich erkennen, welche Werkzeuge einsetzbar sind und welche nicht. Dafür müssen nur folgende Fragen beantwortet werden:

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  • Handelt es sich um eine Zimmer- Wohnungs- oder Haustür?
  • Öffnet die Tür nach innen oder nach außen?
  • Was für einen Beschlag hat die Tür? Eine einfache Knauf Garnitur, einen Sicherheitsbeschlag oder einen Stoßgriff?
  • Was für ein Profilzylinder (in Bezug auf dessen Qualität) kommt im abgeschlossenen Zustand auf mich zu?

 

Es gibt für diese Einsatzphase bei anderen Feuerwehr-Einsätzen folgende Bezeichnung: Erkundung

 

Bei Türöffnungseinsätzen wird die Erkundung oft vernachlässigt - d.h. häufig wird unüberlegt drauf los gearbeitet. Aufgrund einer schlechten Erkundung, mangelhafter Fachkenntnisse oder auch durch fehlendes geeignetes Werkzeug, wird evtl. die falsche Öffnungsmethode gewählt. So macht man sich den Einsatz meist viel schwerer als nötig.

 

Dieser Punkt ist mir in der Ausbildung sehr wichtig: das Erkennen und das Ausnutzen von nicht abgeschlossenen Türen. Ziel ist es, so wenig Schaden wie möglich anzurichten und sich die Öffnung so einfach wie möglich zu machen. 

 

Sehr wichtig bei der Ausbildung sind meine 1:1 Übungstüren, damit der Teilnehmer ein Erfolgserlebnis hat und erkennt, dass die verschiedenen Werkzeuge wirklich funktionieren. Der Augenblick, in dem die Tür aufgeht und der Teilnehmer als Ergebnis durch diese Tür gehen kann, ist ein essentielles Aha-Erlebnis, welches eine sehr wichtige Rolle spielt.


Die Themen für einen Tag:

  • Das Buntbartschloss: Aufbau, Funktionsweise, Benutzung des Dietrichs 
  • Das Chubbschloss: Aufbau, Funktionsweise, Benutzung der Dietriche
  • Einsatz der Schlüsseldreher für Buntbart- und Chubbschlösser 
  • Einsteckschloss für Profilzylinder: Aufbau und Funktionsweise
  • Aufbau von Profilzylindern 
  • Unterschiede bei Türbeschlägen 
  • Aufbau verschiedener Türen 
  • Klärung der Frage: Wo sitzt überhaupt die Falle? 
  • Öffnen von nicht abgeschlossenen Türen mittels Fallendraht, Fallenblech und dem Werkzeug für diesen Zweck: die Öffnungskarte 
  • Öffnen von nicht abgeschlossenen Türen mittels Beschlagheber und Vierkantmesser 
  • Öffnen durch den Briefeinwurf 
  • Öffnen von nicht abgeschlossenen, nach außen öffnenden Türen 
  • Öffnen von nicht abgeschlossenen Kunststoff-Haustüren 
  • Abbrechen von Profilzylindern 
  • Ziehen von Profilzylindern mittels ZIEH-Fix®Glocke und Profilzylinder-Ausziehvorrichtung 
  • Eventuelle Probleme: Schließen ohne Neubauschlüssel 
  • Zusatz-Kastenschloss 
  • Eine weitere Art der Zutrittsverschaffung: geschlossene und auf Kipp stehende Fenster 

Die Themen können natürlich individuell angepasst werden. In dieser Reihenfolge macht es m. E. am meisten Sinn, um ein Grundverständnis für Türen und Schlösser zu entwickeln. Aus diesen erworbenen Grundkenntnissen kann man dann aus den vielen verschiedenen Möglichkeiten Rückschlüsse ziehen. Als Beispiel nenne ich hier die Dietriche für Buntbart- (Zimmertür) und Chubbschlösser.

Im Umgang mit diesen lernt man viel über das Zusammenspiel zwischen dem eigentlichen Schloss, dem Türblatt und der Zarge einer Tür. Wie hört und fühlt es sich an, wenn man schließt? Wie oft kann man welche Tür überhaupt abschliessen? Wann bewegen sich welche Bauteile? Steht die Tür unter Spannung? Wenn ja, wie verändere ich am Besten diesen Umstand, um den Öffnungsvorgang zu vereinfachen? Dies spielt bei vielen Öffnungswerkzeugen eine Rolle.

Das Bewußtsein, daß es verschiedene Türen gibt, die auch ganz andere Bedingungen zur Öffnung bieten, muß oft erstmal entwickelt werden.
Also der Grundgedanke, mit dem der einzelne an eine Türöffnung herangeht, spielt eine große Rolle.

Flyer: Einladung

Ein Hinweis

Jeder Teilnehmer bringt bitte seinen Dienstausweis und Personalausweis mit. Vor Beginn des Seminars bestätigt jeder Teilnehmer schriftlich, die erworbenen Kenntnisse nur für dienstliche Zwecke im Rahmen der Feuerwehr zu nutzen.